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Archiv ‘ Probleme ’

27 Okt
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5. Alltag mit der Lingualzahnspange

Mit dem Reden wurde es die nächsten Tage immer verrückter. Ständig musste ich mich vorsehen beim Reden nicht meinen Gesprächspartner anzuspucken. Mein Speichel wurde durch die Zahnspange vermehrt angeregt und manchmal lief mir die Suppe einfach aus dem Mund ohne dass ich es rechtzeitig verhindern konnte.

Zahnwachs

Wozu das Zahnwachs angewendet wird, erfuhr recht schnell. Jedes Bracket besitzt einen Haken und nicht selten macht meine Zunge mit diesen Bekanntschaft.

Manche Brackets standen so ungünstig ab, dass meine Zunge mit jeder Bewegung (vor allem beim Essen) daran hängen blieb. Es dauerte nicht lange bis sich die Zunge an der Stelle entzündete.

Bild rechts: Das beste Zahnwachs von der Firma GUM, das es zu kaufen gibt (Hitzebständig und gut formbar)

 

Kamillan gegen die wunden Stellen im Mund, half mir die Sache schneller abheilen zu lassen. Eine Woche später und noch immer nicht an die Zahnspange gewöhnt, löste sich bereits das erste Bracket vom Draht.

Ein außerplanmäßiger Besuch beim Dr. war unvermeidbar. Die offenen Stellen im Mund seien normal und verschwinden schnell wieder, sagte Er.

 

Ich erzählte ihm, dass ich an manchen Tagen nicht gut oder auch gar nicht schmecken kann und fragte woran das wohl liegen kann. Rat wusste er sich keinen, versicherte mir aber, dass er sich da mal erkundigen will.

Eine Woche später klingelte schon das Telefon und er berichtete mir über eine ehemalige Patientin. Diese hatte wohl die gleichen Symptome während der kiefernorthopädischen Behandlung.

Gegen diesen Geschmacksverlust gab es wohl Tabletten in der Apotheke zum täglichen Einnehmen. Nein, das wollte ich dann doch nicht, da diese wieder mit zusätzlichen Nebenwirkungen verbunden waren. So fügte ich mich weiter meinem Schicksal! Die Termine wurden meistens alle 3-4 Wochen gemacht.

 

Einige Woche und viele anstrengende Stunden später beim Frühstücken biss ich herzhaft in mein morgendliches Brötchen. Plötzlich verspürte ich einen starken, ziehenden und nicht enden wollenden Schmerz im hinteren Unterkiefer. Ähnlich wie ein ziepen oder das Gefühl wenn man beim Bohren zu weit auf den Nerv trifft. Unfassbar! Wiedermal war ein Besuch beim Dr. fällig. Der allerdings konnte Er nichts feststellen.

 

Diese Schmerzen treten bis heute Oktober 2011 mindestens alle zwei Wochen für ca. 1 Stunde auf!
 


 
Mundspülung elektrische ZahnbürsteEr wies mich darauf hin eine elektronische Zahnbürste und eine Mundspülung zu benutzen, da meine Hygiene nicht optimal war. Außerdem solle ich wegen meines Problems mal bei meinem Zahnarzt vorbeischauen. Gesagt getan, bei Media Markt im Komplettset von Braun (Sonderpreis).

Mein Zahnarzt meines Vertrauens wusste leider auch keinen Rat, aber er freute sich mich wieder zu sehen und begutachtete sogleich meine neue Zahnspange.

Staunen machte sich breit!

So etwas hatte er noch nie gesehen. Er wies mich auf meine freistehenden Zahnhälse hin und empfahl mir das Zahnfleisch zu massieren.

 

Immer von rot nach weiß und nicht zu stark aufdrücken. Das beherzigte ich mir bei jedem Abend vor der Flimmerkiste, man hat ja sonst nichts zu tun. Zu den Schmerzen konnte er mir nichts diagnostizieren. Ich erzählte ihm sogleich von meinem zeitlichen Geschmacksverlust, doch davon hörte er bisher auch noch nichts und er hatte leider keine Lösung parat.

 

Das mit der Mundspülung funktionierte sehr gut. Immer auf höchste Stufe 5 und selbst nach dem Zähneputzen kamen noch unglaublich viele Essensreste mit raus, dass die Stufe viel zu hoch eingestellt war, bemerkte ich einige Monate später. Mein Zahnfleisch entzündete sich und fing nach der Mundspülung an zu bluten.

Irgendwann ging ich mit der Einstellung nur noch auf Stufe 1, mehr war nicht möglich ohne ein Blutbad anzurichten. Mit meinen alltäglichen Aufgaben und zum Sklaven meiner Zähne gemacht, verlor ich trotzdem nicht das Ziel aus den Augen. Ich wollte gerade Zähne!

 

So gingen die Tage und Probleme weiter voran…

 



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